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RENATE HAMPKE
KÜNSTLERINNENGRUPPE SCHWARZE
SCHOKOLADE BERLIN
Rückblick
In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann die feministische Bewegung,
die sich als Reaktion auch auf das chauvinistische Verhalten der Männer
in der außerparlamentarischen Opposition bildete, in den Augen der Öffentlichkeit
Formen anzunehmen. Frauenbuchläden machten auf: Lilith, ABC-Buchladen,
Labris. Hier waren die Literaturzeitschrift „Die Schwarze Botin“ oder auch
die Zeitschrift für Fotografie „Atropin“ zu haben. Die Magazine „Emma“ und
„Courage“ und erste einschlägige Bücher von Feministinnen aus den USA waren
auf dem Markt. In den großen Verlagen erschienen Frauenbuchreihen.
1977 fand die Ausstellung „Künstlerinnen International“ in der Kunsthalle
Budapester Straße in Berlin statt. Die Öffentlichkeit wurde zum ersten Mal
umfassend mit Bildender Kunst von Frauen konfrontiert. Mit Künstlerinnen,
deren hoher Rang durch Ignoranz in Vergessenheit zu geraten drohte, denen
keine angemessene Aufmerksamkeit und Anerkennung zuteil geworden war.
1972 trafen Impulse nordamerikanischer Frauenaktivitäten mit Impulsen der
studentischen Bewegung in der BRD zusammen. Frauen formierten sich und
tauschten ihre Forschungen und Konzepte aus. Im Frühjahr 1972 organisierten
sich lesbisch lebende Frauen öffentlich: die HAW-Frauengruppe. Mitte der
70er Jahre kam es dann zu Differenzierungen, zur Organisation von Interessen
und Zielen, die mehr sozialpolitisch, kulturell-künstlerisch oder wissenschaftlich
ausgerichtet waren. Frauen wollten sich den Zugang zu ihnen bisher verweigerten
Bereichen erschließen.
In Nürnberg wurde 1986 das erste Küntlerinnenarchiv eingerichtet, das 1993
nach Hamburg zu „Bildwechsel“ zog. 1987 erschien die umfangreiche Doku90
mentation von Inge Huber und Karoline Müller „Zur Physiologie der Bildenden
Kunst. Künstlerinnen Multiplikatorinnen Kunsthistorikerinnen. Berlin 1985 –
- Porträts Materialien Register“.
Unter anderen bildeten sich die Künstlerinneninitiativen: Galerie „Das andere
Zeichen“ 1978–1985 von Ebba Sakel; der Künstlerinnentreffpunkt in von Frauen
besetzten Häusern „Pelze“ (später „Pelze – multimedia“) 1981–1996 von Ursula
Bierther, Roswitha Baumeister, Renate Hampke; Galerie „Kassandra“; 1985/
86 wurde auf Initiative von Gisela Breitling und Evelyn Kuwertz „Das Verborgene
Museum“ gegründet, das noch heute existiert; und „SCHWARZE SCHOKOLADE“
(schoko prod. ©).
SCHWARZE SCHOKOLADE
gründete sich 1982. Die Namensfindung geht auf Lisa Lancelle und Claudia
Schmidt zurück. Der Zusammenschluss erfolgte nach dem Berliner Frauensommer
1982 und im Zusammenhang eines gemeinsamen Auftritts der Teilnehmerinnen
zum Karl-Hofer-Symposion „Frau. Raum. Zeit“ 1982 mit dem Selbstverständnis,
sich außerhalb von Kunstmarkt und männlich orientierten Erfolgsstrategien
zu bewegen.
Im Winter 1979/80 besetzten Frauen, u. a. Rotraud Damerau v. d. Heide,
die ruinöse Schokoladenfabrik Greiser und Döbritz in Berlin-Kreuzberg. Der
Gebäudekomplex stand 9 Jahre leer. Frauen, darunter Architektinnen, bewahrten
das Gebäude vor dem sicheren Abriss. In der Folge enstanden hier das größte
Frauenstadtteilzentrum (FSZ – Schoko) der Bundesrepublik Deutschland und
die Künstlerinnengruppe SCHWARZE SCHOKOLADE (ladies only), die die
Räume der Fabrik, insbesondere vor deren Renovierung, nutzte.
Sie wurde von drei Künstlerinnen, die Projekterfahrung mitbrachten, gegründet:
Rotraud Damerau v. d. Heide (Ökodachprojekt in der Schokofabrik), Chris
Werner (Mitbegründerin des FrauenMuseums, Bonn) und die im Oktober 2000
tödlich verunglückte Lisa Lancelle.
Die SCHWARZE SCHOKOLADE verdankt Lisa Lancelles Einsatz und
Auftreten Anregungen und spontane Impulse. Den Berliner Frauensommer wie
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Foto 1: Gründerinnen (v.l.): Chris Werner, Rotraud Damerau v. d. Heide, Lisa Lancelle
Foto 2: Mitglieder der Gruppe (v.l.): Heather Coulter, Christa Wagner, Roswitha Baumeister,
Ute Wigand, Hella Utesch, Renate Hampke, Rotraud Damerau v. d. Heide. Foto:
Heather Coulter
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auch andere Projekte der Anfangsjahre bündelte sie und gab ihnen Form (z.B.
Vereinsgründung).
Die Gruppe hielt sich – international – offen für neu Hinzukommende. Den
Kern der Gruppe bildeten folgende Künstlerinnen:
Roswitha Baumeister, Petra Baumgardt, Rotraud Damerau v. d. Heide, Renate
Hampke, Lisa Lancelle, Gerda Leopold, Katharina E. Karrenberg, Claudia
Schmidt, Hella Utesch, Chris Werner, Ute Wigand.
1984 wurde der gesamte Komplex der Schokofabrik im Rahmen der IBAStadterneuerung
Baustelle. Die Sanierung war 1986 abgeschlossen. (Foto 2a)
„…Der „Berliner Frauensommer ‘82“ – unterstützt von Netzwerk und durch Spenden
– war die erste große Veranstaltung. Viele Künstlerinnen aus dem In- und Ausland
belebten die 2000 qm. Drei Monate künstlerischer Zusammenarbeit, Workshops,
Theater- und Filmveranstaltungen, Rauminstallationen, Ausstellungen. Mit der
Gründung der Künstlerinnengruppe SCHWARZE SCHOKOLADE wurde die
Forderung nach dezentraler Kulturarbeit für Frauen in Angriff genommen. Es entstand
das Label schoko prod. ©, die Bezeichnung für Kunstproduktionen in der Schokofabrik.
Wir suchen nach neuen Wegen der künstlerischen Formfindung, setzen uns
mit der Ästhetik und den Produktionsbedingungen von Frauen in den Künsten auseinander.
Künstlerische Objekte, Forschungstätigkeit, Experimente, prozeßhaftes Arbeiten
in Gruppen sind gleichwertige Ergebnisse unserer künstlerischen Arbeit.
… Vom Senat für kulturelle Angelegenheiten wurde unsere Arbeit für die Jahre
1984 und 85 finanziell unterstützt. Arbeitsaustausch, Sachinformation und gemeinsame
Produktion waren für jede sonst vereinzelt arbeitende Frau Baustein ihrer
künstlerischen Entwicklung.“
(Aus dem Katalog „picobello. Kunst aus den Zwischenräumen. Teil 1“ S.T.E.R.N.
1985) (Foto 3)
Mit der ersten Ausstellung „Die Kunst ist weiblich“ vom 1.11. –12.11.1983
sicherten die Gründerinnen den Kunstraum für regelmäßige Gruppenausstellungen.
(Foto 4)
Alle Ereignisse in der Kunstetage der Schokofabrik waren zum einen von der
Individualität einzelner Künstlerinnen geprägt, zum anderen vom Konsens in
Hinsicht auf eine Thematik. Hierzu eine Äußerung von Claudia Schmidt und
Renate Hampke:
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Foto 2a: Sanierte
Schokoetage. Ute
Wigand: Wandinstallation
aus Zeitungspapier, - Foto:
Ute Wigand
Foto 3: Frauensommer - Amazonen
aus der Performance
»Die Nebelwanderung
«. Idee:
Chris Werner. Foto:
Rudi Maier
Foto 4: Erste Gruppenausstellung
unter
dem Titel: DIE
KUNST IST WEIBLICH.
„Kraftraum“ –
5-Elemente-Installation
von Rotraud Damerau
v. d. Heide mit
der Inszenierung eines
spirituellen Zeichens.
1983 schoko prod. ©
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Foto 5a: Lisa Lancelle: Workshop Frauensommer
Berlin 82. Foto: Roswitha
Baumeister
Foto 5b: Susu Hefuna: Workshop (Schokodach)
Frauensommer Berlin 82. Foto: Roswitha
Baumeister
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Wir sind eine dichte Ansammlung autonomer Künstlerinnen, die schöpferischen Anteil
am historischen Schicksal von Frauen nehmen und unmittelbare Verbindung zum
Feminismus haben. Wir befinden uns in Auseinandersetzung mit aktueller Kunst.
Neben dem traditionellen Feld von Grafik und Malerei ist ein multimediales Spektrum
von Ausdrucksformen entstanden. Über Bewusstseinsprozesse, theoretisches Aufarbeiten
und Vielschichtigkeit unserer Arbeit entwickeln wir eine Ästhetik, die geprägt
ist von der Polarität: emotionales Handeln und reflektorische Distanz.
Die erste Gruppenausstellung in der Schokofabrik fand 1984 im Anschluss an
die aufsehenerregende Präsentation der SCHWARZEN SCHOKOLADE unter
dem Titel „Rot“ in der Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) statt.
SCHWARZE SCHOKOLADE wurde eine Schule für Organisation und
lebenswichtige Bezüge. Übergreifend entstand ein Netzwerk, zu dem Künstlerinnen
und Organisationen aus England, Österreich, der Schweiz, aus Frankreich,
Holland und Spanien gehörten.
Durch die Zusammenarbeit von SCHWARZE SCHOKOLADE und „Pelze
– multimedia“ in „Saphir e. V.“ 1984 erweiterte sich der künstlerische Austausch.
So fand u. a. ein erstes Symposion über die innovatorische Kunst von Frauen
vom 1. bis 9.12.1984 unter dem Titel „Konfrontation“ statt. Die Förderung der
Jahre 1984 und 1985 durch den Kultursenat ermöglichte über hundert internationalen
Künstlerinnen, sich in der Schokofabrik vorzustellen.
Die Bedeutung des Ortes
Die alte Schokoladenfabrik war in ihrem damaligen Zustand eine große
Werkstattsituation: die Wände, die gespenstischen Raumübergänge, die surreal
anmutenden Treppenhäuser, die Böden und die Dachsituation mit Vorgefundenem,
das Licht, der Geruch, die Stille – eine labyrinthische Situation. Es kam
einem Mandat gleich, neue Formen der Kunst zu schaffen. (Foto 5a + 5b)
Die Dimensionen waren wie dafür geschaffen, Themen grosszügig zu gestalten.
Energie, Freude am Unternehmen konnten sich frei entfalten. Die
Schokofabrik war unkomfortabel – in den ersten zwei Jahren gab es weder Heizung,
noch Strom, noch Wasser – sie bot gerade darüber eine Basis für Experimente
und Ansätze von Utopie.
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Ein Beispiel für die direkte Umsetzung dieser Gebäudequalität war „Der
Eiskuß“ von Chris Werner und Lisa Lancelle – eine Rauminszenierung mit Performance
im Winter 1984/85.
Ein ungewöhnlich kalter Winter mit Nachttemperaturen von – 20° C und mehr.
Die Temperaturen im Innern des ungeheizten Gebäudes unterschieden sich kaum
davon. Für den „Eiskuß“ wurden Boden, Decke und Wände mit Wasser besprüht,
so dass sich ein Eisfilm bilden konnte. Der aggregative Sprung wurde visuell und
haptisch deutlich. Eiswände reflektierten rotierendes Licht, die Performerin – sie trug
ein Brautkleid (Kostüm: Hella Utesch) – bewegte sich grotesk auf spiegelglattem Terrain.
Den Besucherinnen wurden Cocktails gereicht.
Materialien
Alle Projekte während der Bauphase bis 1985 bezogen sich mit ihrer Konzeption
auf die Raumsituation. In der Aura des Verfalls vor der Sanierung wurde
vorwiegend mit Materialien, die sich im Gebäude befanden, gearbeitet, oder mit
Wegwerfprodukten aus dem Transport- und Verpackungswesen, auch mit Kunststoffen
verschiedener Art: Wiederverwendung oder Verwandlung von Vorgefundenem.
Wachstumsprozesse, auch die von Mikroorganismen, wurden erforscht.
Der experimentelle Umgang mit Video und super-8 nahm hier seinen Anfang.
Motivationen
„Sie (die feministischen Künstlerinnen R.H.) beginnen bei dem Raum, der sie selber
sind, ihrem Körper.“ (Zitiert aus Heide Göttner-Abendroth: „Die tanzende Göttin
– Prinzipien einer matriarchalischen Ästhetik“. Verlag Frauenoffensive, München
1982)
Drei Rahmen, einer aus dem anderen sich entwickelnd, gelten für alle Initiativen
und Veranstaltungen von SCHWARZE SCHOKOLADE:
der eigene Körper,
der eigene Raum (die Schokofabrik),
der eigene Freiraum (Plätze, Straßen, Dächer).
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Orientierungen
- Erforschung von Mythen und Ritualen, von Kraftzeichen der matriarchalischen
und archaischen Kunst, des Schamanismus, Umsetzung in Workshops
im Berliner Frauensommer: Körperbemalungen, Gipsen am Körper, Körperkokons,
Gruppenrauminszenierungen - Untersuchung und Verwendung der Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und
spirituelle Diagramme (Kraftzeichen) - Erfindung neuer Bildträger
- Auseinandersetzung mit der spezifischen Ästhetik von ephemeren Materialien,
Umgang damit wie Stapeln, Sammeln, Verwandeln, z. B. Säulen aus flachen
Spankisten - Bildung neuer Formen der Performance: Rauminszenierungen mit Soundarrangements;
es entstanden die Frauenbands „Lärm & Lust“, „Gegengift“,
„Malaria“ - Neue Formen der Projektionskunst wurden erprobt, Lichtphänomene untersucht
Beispiele öffentlicher Veranstaltungen und
Gruppenaktivitäten
Ab 1982 gingen die Künstlerinnen der SCHWARZEN SCHOKOLADE mit
Gruppenrauminszenierungen an die Öffentlichkeit (s. FBK-Kataloge).
Aus den umfangreichen Aktivitäten der Gruppe in Berlin und in anderen
Städten der Bundesrepublik Deutschland Beispiele für Großveranstaltungen: - die multimediale Aufführung „Die Nebelwanderung“ von Chris Werner 1982,
als Höhepunkt des „Berliner Frauensommers“ auf dem Mariannenplatz, Berlin-
Kreuzberg, im Zusammenhang mit „Unbeachtete Produktionsformen“,
einer Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien (Foto 6):
Eine Großperformance auf einem großen freien Platz stellte in traumartigen
Sequenzen das Erwachen der Frau dar. Szenerie: Vollmond. Ein transparentes
Riesenkissen aus Folie (20 x 20 m), mit Nebel gefüllt und erleuchtet, war
der Aktionsraum für 10 mit Macheten operierenden Performerinnen. An der
Aufführung waren Künstlerinnen der SCHWARZEN SCHOKOLADE
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beteiligt; Kostüme: Kirsten Wlotzke; Musik: Gabi Go und Ka Moser; Film:
Roswitha Baumeister.
Diese Aktion konnte 1987 in erweiterter Form und unter Beteiligung der
gesamten Gruppe in Kassel, parallel zur Documenta, im Rahmen von Group-
Art Work gezeigt werden. - „Still, still, still und leise – kein Stummfilm“ – Kunstaktion und Wettbewerbsbeteiligung
an „picobello. Kunst aus den Zwischenräumen“ auf der Naunynstraße
am 14.9.85 von Rotraud Damerau v. d. Heide mit Christa Wagner,
Hella Utesch, Petra Baumgardt, Renate Hampke, Zarra Z., Roswitha Baumeister,
Katharina E. Karrenberg. Straßeninszenierung mit Frauen des FSZ
auf einem 250 m langen Straßenabschnitt in Kreuzberg. Neben den 25 Mitwirkenden
nahmen teil: die Anwohner, die gesamte Architektur: Fassaden,
Dächer, Fenster, Eingänge. Zum Einsatz kamen: Feuer, Akkustik, raumspannende
Folien, Motorräder, Spiegel, Licht und Schatten. (s. Katalog
„picobello. Kunst aus den Zwischenräumen“ IBA 1985) - „Projektionen“, eine Veranstaltung von SCHWARZE SCHOKOLADE auf
Initiative von Petra Baumgardt in der André-Heyne-Fabrik, einem großen,
leerstehenden Gebäudeareal, Offenbach 1986. (Foto 7, 7a) - Gruppenausstellung „BERLINER BLAU“, zuerst auf der FBK, dann erweitert
im FrauenMuseum Bonn 1987 mit Wand- und Raumobjekten, Raumbemalung,
Raumspirale, Projektionen, Magischem Garten. Katalog: Chris Werner
u. a. (Foto 8) - „Der andere Park“, Gruppenperformance auf dem Lehrter Güterbahnhof,
Berlin 1986. (Foto 9, 11)
Film- und Videoveranstaltungen - Parallel zu den Filmfestspielen in Berlin fanden 1983 in der Schokofabrik
die ersten Filmfestspiele „Cinée“ statt. Frauenfilmverleihfirmen wie Circles
(London) oder Cinemien (Amsterdam) brachten ihre Filme persönlich zur
Aufführung. U. a. wurden gezeigt: „Lulu“ (UA der wiederentdeckten Fassung)
mit Louise Brooks, Kurzfilme (UA) von Lana Gogoberidze aus der
UdSSR, „Olivia“ von 1951 aus Frankreich, „The Blot“ von 1922 aus den
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Foto 6: Frauensommer Berlin 82. „Die Nebelwanderung“, Mariannenplatz, Berlin-
Kreuzberg. Foto: Rudi Maier
Foto 7: Ausstellung SCHWARZE SCHOKOLOADE; André-Heyne-Fabrik, Offenbach
‘86. »Im freien Fall – zu schön, um wahr zu sein«. Roswitha Baumeister, Barbara
Waldow
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Foto 7a: Ausstellung SCHWARZE SCHOKOLOADE; André-Heyne-Fabrik,
Offenbach ‘86. Rauminstallation von Ute Wigand, Renate Hampke, Rotraud
Damerau v.d. Heide auf Initiative von Petra Baumgardt
Foto 8: »Berliner Blau«, FBK (Freie Berliner Kunstausstellung) 1987 (v.l.) Ute
Wigand, Chris Werner, Roswitha Baumeister, Renate Hampke, Claudia
Schmidt. Foto: Christiane Kaltenbach
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Foto 10: Freie Berliner Kunstausstellung
‘84. Renate Hampke,
Lisa Lancelle.
Foto 9: »Der andere Park«. Gruppenfoto SCHWARZE SCHOKOLADE, Lehrter
Güterbahnhofsgelände, 1986. (V.l.) Rotraud Damerau v. d. Heide, Hella
Utesch, Christa Wagner (oben), Roswitha Baumeister (unten), Ute Wigand,
Heather Coulter, Renate Hampke. Foto: Heather Coulter
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USA. Die Veranstaltungen wurden u. a. organisiert von Gerda Leopold sowie
von Lisa Lancelle und Claudia Schmidt. - EROTICS – ein vom Kino Eiszeit in der Schokofabrik 1985 veranstaltetes
Frauen-Experimental- und Kurzfilmfest, vorwiegend mit super-8-Filmen von
Künstlerinnen der SCHWARZEN SCHOKOLADE (Organisation Petra
Baumgardt) - Videofilmtage, veranstaltet in unregelmäßigen Abständen
Ich möchte versuchen, abschließend etwas zu beschreiben, das allen Künstlerinnen
der Gruppe unvergessen ist:
Die Homogenität der Gruppe, die in Klausur zur Reife kam; die absolute Konzentration
über viele Tage. Alle in einem Raum. Alle an der eigenen künstlerischen
Arbeit. Alle Entwürfe unvergleichlich.
Die Gruppenausstellung auf der Freien Berliner Kunstausstellung 1986 zeigte
das Ergebnis:
Eine Raumkomposition individueller Exponate, die eine künstlerische Einheit
bildeten. Das war Gruppenkonsens.
Nach Abschluß der Sanierung wurde dem Frauenstadtteilzentrum nur noch die
Hälfte des Gebäudekomplexes zur Verfügung gestellt. 1987 verließen die Künstlerinnen
den Ort, da das FSZ den für die SCHWARZE SCHOKOLADE notwendigen
Freiraum wegen eigenen Raumbedarfs nicht mehr garantieren konnte.
Einzelne Künstlerinnen suchten Räume und Wirkungsmöglichkeiten in
anderen Städten und setzten die Ideen von SCHWARZE SCHOKOLADE mit
neuen Projekten fort. Der Spagat, einerseits an verschiedenen Orten der BRD
zu agieren und die Gruppenarbeit fortzusetzen, andererseits Berlin als Plattform
zu behalten, misslang. Leider konnte eine Beteiligung der Gruppe an der „Kulturmetropole“
1988 nicht durchgesetzt werden.
Die 1994 von der NGBK (Neue Gesellschaft für Bildende Kunst) ausgesprochene
Einladung, 1995 eine retrospektive Ausstellung zum 13-jährigen Bestehen
der Gruppe zu machen, konnte nicht realisiert werden, da die Senatsverwaltung
für kulturelle Angelegenheiten die notwendige Förderung versagte. Da
war nicht nur der kleiner gewordene Subventionstopf. Seit ein paar Jahren scheint
erneut ein Klima zu entstehen, das es Frauen- und Künstlerinneninitiativen
schwer macht, sich zu entfalten.
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Literatur
Katalog „picobello. Kunst aus den Zwischenräumen“. S.T.E.R.N. Berlin, 1986. Teil
1 Eine Dokumentation von Kunstaktionen in und aus baulichen Selbsthilfegruppen
- Berliner Kunstblatt, 1986. Darin Elfi Kreis „Unbeschreiblich weiblich. Das
Künstlerinnenprojekt SCHWARZE SCHOKOLADE“
„Group-Art Work Kassel, 1987. Künstlergruppen zeigen Gruppenkunstwerke“.
Projektgruppe Stoffwechsel. Universität Gesamthochschule Kassel
Katalog „Künstlerinnengruppe SCHWARZE SCHOKOLADE Berlin 1982–1987“.
FrauenMuseum Bonn, 1987
„Zur Physiologie der Bildenden Kunst. Künstlerinnen Multiplikatorinnen Kunsthistorikerinnen.
Berlin 1985–1987. Portraits Materialien Register“. Hrsg. Inge
Huber und Karoline Müller
Katalog „Kunst bis an die Grenzen“. 1989. Eine Aktion des Berufsverbandes Bildender
Künstler Baden-Württemberg am 2. Oktober 1988.
Innerhalb dieser Aktion Beitrag von SCHWARZE SCHOKOLADE „Kunst-
Grenz-Punkte“ in Herbrechtingen mit Petra Baumgardt, Rotraud Damerau
Foto 11: »Der andere Park«. Gruppenfoto SCHWARZE SCHOKOLADE, Lehrter Güterbahnhofsgelände, - Links von vorn: Roswitha Baumeister, Hella Utesch, Christa Wagner.
Rechts von vorn: Rotraut Damerau v. d. Heide, Ute Wigand, Renate Hampke.
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v. d. Heide, Jorunn Hamer, Lana Hoffmann, Robby Hohn, Ka Moser, Claudia
Schmidt, Chris Werner, Ute Wigand, Sebastian Fischer
Der Artikel wurde mit den Gründerinnen abgestimmt.
Gästinnen (Gästeliste) der Gruppe SCHWARZE
SCHOKOLADE
Margitta Albrecht
Anama
Alisa & Wendy
Beate Andrée
Ute Aurand
Beate Bartelt
Nina Bergande
Hanne Bocké
Irene den Boer
Sarah Bristow
Jutta Brückner
Rita Bünemann
Cinemien
Circles
Donna Confetti
Constanze
Heather Coulter
Claire Damerau
Marlin Dietz
Irma Dilba
Charlotte Dittmer
Anne McDonald
Dagmar Dorsten
Manon P. Dürsma
Gisela Düvel
Graciella Duffner
Anette Eckert
Yvonne Egey
Melitta Eggart
Insa Eschenbach
Frauenschreibgruppe Solingen
Monika Funke
Frederike Freitag
Hanna Frenzel
Gegengift
Karin Glados
Gabi Go
Petra Grimm
Gudrun Gut
Jorunn Hamer
Renate Hauser
Eva Hauss
Susu Hefuna
Jutta Heinrich
Sigrid Helms
Doly Hibert
Eva Maria Herbold
Neva Howard
Kirsten Johannsen
Joint Jonat
Joan Jones
Anna Jud
Christiane Kaltenbach
Elke Karrenberg
Marion Kellner
Margret Kennedy
Gudrun Kenscher
Annemarie Kerner
Annemarie Kerse
Claudia Kipp
Erika Klagge
Klara
Martina Klemczak
Knastgruppe Jagow-Café
Frau König
Susanne Kuhnke
Cora Leibkovitz
Lärm & Lust
Gerda Leopold
Merve Leurien
Riet van der Linden
Maria Lang
Malaria
Maracuja
Salean Maiwald
Elisabeth Marx
Christiane Meierjohann
Anka Merk
Ricarda Merten
Johanna Möhrle
Ka Moser
Henriette Müller
Susanne Müller
Katarina Nemitz
Marlotte Neumann
Gaby Niemeyer
Christine Palm
Bettina Papproth
Brigitte Paul
Wilma Peters
Anna Petschinka
Bibée Pfeiffer
Sabine Philipp
Pink Ink
Ele Pilgrim
Marianne Pitzen
Irene Pöpperl
Ute Pieroth
Kathy Quinlan
Ingrid Raffael
Margarethe Raspé
Anja Rechenbach
Anna Reinsberg
Suse Reumschüssel
Claire Robins
Robina Rose
Ulrike Rosenbach
Carmen Rozyczka
Sassa Salewski
Ebba Sakel
Martina Scheu
Eva Schindele
Ingrid Scheiffert
Lisa Schmitz
Petra Lydia Schmorl
Margitta Scholten
Waldtraud Schwab
Margret Seibel
Vera Schankl
Lore Seichter
Francoise Sergy
Martina Siebert
Gisela Stahl
Renate Stendhal
Sabine Stiegemann
Elvira Surrmann
Jivan Taranga
Christina Taute
Astrid Tietz
Monika Treut
Dagmar Ude
Hella Utesch
Mone Volke
Christine Wagner
Chris Da Wagner
Barbara Waldow
Anna Wassermeyer
Gisela Weimann
Helene Weiß
Gudrun Wicke
Kirsten Wlotzke
Angela Zumpe
Gruppe Zwielicht
Zarra Z.
